Was beeinflusst den Preis einer Endreinigung?

Kurz gesagt: Den Preis einer Endreinigung bestimmen vor allem sechs Dinge – die Anzahl Zimmer, der Zustand der Wohnung, die Anzahl Bäder, die Anzahl Fenster, die Zusatzflächen wie Keller und Balkon sowie der Termindruck. Wer eine belastbare Zahl will, braucht eine Besichtigung: Zwei gleich grosse Wohnungen können sich im Aufwand deutlich unterscheiden.

Warum es keine Pauschalantwort gibt

Im Internet kursieren Zahlen nach dem Muster «Endreinigung 3,5-Zimmer-Wohnung: ab X Franken». Solche Angaben sind wenig hilfreich, weil sie den entscheidenden Faktor ausblenden – den Zustand.

Eine Wohnung, die zehn Jahre bewohnt und regelmässig gereinigt wurde, ist in einem Tag erledigt. Eine gleich grosse Wohnung mit verkalktem Bad, stark benutztem Backofen und vergilbten Fugen braucht deutlich mehr. Die Zimmerzahl ist identisch, der Aufwand nicht.

Deshalb schauen wir uns jede Wohnung vorher an und nennen danach einen Fixpreis, der gilt.

Die sechs Faktoren im Einzelnen

1. Anzahl Zimmer und Fläche

Der offensichtlichste Faktor und meist die Grundlage der Kalkulation. Wichtig ist aber nicht nur die Quadratmeterzahl: Viele kleine, verwinkelte Räume brauchen mehr Zeit als eine gleich grosse offene Fläche, weil Ecken, Kanten und Türrahmen dazukommen.

2. Zustand der Wohnung

Der Faktor mit dem grössten Einfluss – und der am meisten unterschätzte. Besonders zeitaufwendig sind:

  • Verkalkte Duschen, Armaturen und Duschabtrennungen
  • Stark benutzte Backöfen mit eingebrannten Rückständen
  • Vergilbte oder verschimmelte Fugen in Bad und Küche
  • Fettablagerungen an Dunstabzugshaube und Küchenfronten
  • Böden, die lange nicht grundgereinigt wurden

3. Anzahl Bäder und WC

Bäder sind der zeitaufwendigste Bereich einer Endreinigung. Alles muss entkalkt werden – Dusche, Armaturen, Abtrennung, Fugen, Spülkasten. Eine Wohnung mit zwei Bädern kostet deshalb spürbar mehr als eine gleich grosse mit einem.

4. Anzahl Fenster, Storen und Rollläden

Bei einer Endreinigung werden Fenster innen und aussen gereinigt, inklusive Rahmen, Falzen und Simsen. Dazu kommen oft Storen, Rollläden oder Lamellen. Eine Wohnung mit vielen kleinen Sprossenfenstern – häufig in älteren Liegenschaften – ist deutlich aufwendiger als eine mit wenigen grossen Scheiben.

5. Zusatzflächen

Keller, Estrich, Garage, Balkon oder Sitzplatz gehören meist zum Mietobjekt und damit zur Abgabe. Ob sie im Auftrag enthalten sind, sollten Sie ausdrücklich klären – es ist ein häufiger Streitpunkt.

6. Termindruck

Endreinigungen häufen sich zum Monats- und Quartalsende, weil die meisten Mietverhältnisse dann enden. Ende März, Ende Juni und Ende September sind die dichtesten Zeiträume. Sehr kurzfristige Termine in diesen Wochen werden anders kalkuliert als ein Termin, der drei Wochen im Voraus geplant ist.

Was zusätzlich den Preis beeinflussen kann

  • Abnahmebegleitung. Ob die Reinigungsfirma bei der Wohnungsübergabe dabei ist und Beanstandungen direkt behebt.
  • Entsorgung. Zurückgelassene Gegenstände, Sperrgut oder Teppiche.
  • Bodenbeläge. Parkett, Platten, Teppich und Linoleum brauchen unterschiedliche Behandlung.
  • Zugang. Etage ohne Lift, enge Treppenhäuser, weit entfernte Parkierung.

Wo Sie selbst sparen können

Ehrliche Hinweise, auch wenn sie unseren Auftragswert senken:

    1. Wohnung vollständig räumen. Auch Keller, Estrich und Garage. Jeder Gegenstand, der noch dasteht, muss bewegt werden.
    2. Kühlschrank und Gefrierfach abtauen – am Vorabend ausstecken. Abtauen während der Reinigung kostet Wartezeit.
    3. Abfall und Sperrgut selbst entsorgen, sofern Sie die Entsorgung nicht bestellen.
    4. Früh anfragen. Wer drei bis vier Wochen im Voraus bucht, hat die freiere Terminwahl.
    5. Umfang klar abgrenzen. Wenn die Garage nicht zum Mietobjekt gehört, gehört sie nicht in den Auftrag.
    6. Zustand ehrlich beschreiben. Wer den Zustand beschönigt, bekommt eine Offerte, die nicht hält. Das nützt niemandem.

Was in einer seriösen Offerte stehen sollte

  • Ein fester Preis, nicht nur ein Stundensatz
  • Ein Leistungsverzeichnis: was ist enthalten, was nicht
  • Angaben zu Fenstern, Storen und Zusatzflächen
  • Ob die Abnahmebegleitung enthalten ist
  • Was bei Beanstandungen geschieht
  • Der Termin und wie lange vor der Übergabe gereinigt wird

Wenn eine Offerte nur aus einer Zahl besteht, fragen Sie nach. Der Unterschied zwischen zwei Offerten liegt fast immer im Leistungsumfang, nicht im Stundensatz.

Häufige Fragen

  • Ist eine Endreinigung mit Abnahmegarantie teurer?

    In der Regel ja, weil die Firma das Risiko der Nachbesserung trägt und meist bei der Übergabe dabei ist. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie viel Ihnen Sicherheit bei der Wohnungsabgabe wert ist.

  • Kann sich der Preis nachträglich ändern?

    Bei einem Fixpreis und unverändertem Auftrag nicht. Ändert sich der Umfang – etwa weil die Wohnung bei unserer Ankunft nicht geräumt ist –, muss das vorher besprochen werden.

  • Wie lange vor der Übergabe sollte gereinigt werden?

    So kurz wie möglich davor. Je mehr Zeit zwischen Reinigung und Übergabe liegt und je mehr in der Wohnung noch passiert, desto schwieriger ist es, Beanstandungen zuzuordnen.

  • Wer bezahlt, wenn die Abnahme nicht klappt?

    Das hängt davon ab, was beanstandet wird und was Sie mit der Reinigungsfirma vereinbart haben. Bei uns gilt: Betrifft die Beanstandung unsere Reinigung, bessern wir ohne zusätzliche Kosten nach. Zu mietrechtlichen Fragen können und wollen wir keine Auskunft geben – wenden Sie sich dafür an Ihre Verwaltung oder eine Beratungsstelle.

Zuletzt geprüft und aktualisiert: August 2026