Kurz gesagt: Achten Sie auf eine schriftliche Offerte mit Leistungsverzeichnis, eine Besichtigung vor der Offerte, klare Angaben zum eingesetzten Personal, vollständige und nachprüfbare Firmenangaben, telefonische Erreichbarkeit und einen nachvollziehbaren Umgang mit Reklamationen. Wer bei diesen Punkten ausweicht, hat meist einen Grund dafür.
Diese Hinweise gelten unabhängig davon, für wen Sie sich entscheiden.
1. Eine schriftliche Offerte mit Leistungsverzeichnis
Eine Offerte, die nur aus einer Zahl besteht, ist keine Offerte. Es muss darin stehen, was enthalten ist – und idealerweise auch, was nicht.
Bei einer Endreinigung etwa: Sind Fenster dabei? Storen? Keller und Estrich? Balkon? Ist die Abnahmebegleitung enthalten? Genau an diesen Punkten unterscheiden sich zwei Offerten, die auf den ersten Blick weit auseinanderliegen.
2. Eine Besichtigung vor der Offerte
Wer ohne Besichtigung einen verbindlichen Preis nennt, rät – oder kalkuliert einen Aufschlag für das Risiko ein. Bei kleinen, klar umrissenen Aufträgen ist eine telefonische Einschätzung in Ordnung. Bei allem Grösseren gehört jemand vor Ort.
Die Besichtigung sollte kostenlos und unverbindlich sein.
3. Fester Preis statt vager Stundensatz
Ein Stundensatz allein verschiebt das gesamte Risiko auf Sie: Sie wissen vorher nicht, wie lange gearbeitet wird. Seriöse Anbieter nennen nach der Besichtigung einen Fixpreis oder zumindest eine verbindliche Obergrenze.
4. Klare Angaben zum Personal
Fragen Sie:
- Kommen immer dieselben Personen?
- Sind die Mitarbeitenden bei Ihnen angestellt?
- Werden die Unterlagen vor der Einstellung geprüft?
- Wie werden neue Mitarbeitende eingearbeitet?
- Was passiert bei Ferien und Krankheit?
Eine Firma, die darauf ausweichend antwortet, sollten Sie sich genauer ansehen.
5. Nachprüfbare Firmenangaben
Auf der Website sollten stehen:
- Vollständiger Firmenname mit Rechtsform
- Vollständige Adresse – kein Postfach
- Telefonnummer, unter der jemand erreichbar ist
- Impressum
- Handelsregistereintrag und UID-Nummer
Die UID-Nummer können Sie kostenlos im Handelsregister oder im UID-Register des Bundes prüfen. Eine Firma, die nur über ein Kontaktformular erreichbar ist und keine Adresse nennt, sollte Sie stutzig machen.
6. Telefonische Erreichbarkeit
Rufen Sie einmal an, bevor Sie beauftragen. Erreichen Sie eine Person? Wie wird reagiert? Wenn schon die Anfrage im Nichts verläuft, wird es bei einer Reklamation nicht besser.
7. Ein nachvollziehbarer Umgang mit Reklamationen
Fragen Sie ausdrücklich: Was passiert, wenn ich mit der Reinigung nicht zufrieden bin?
Eine gute Antwort beschreibt einen Ablauf – wer meldet sich bei wem, wer schaut es an, wie schnell wird nachgebessert, was kostet das. Eine schlechte Antwort lautet «Das kommt bei uns nicht vor».
8. Versicherungsschutz
Fragen Sie nach der Betriebshaftpflichtversicherung. Es geht selten schief – aber wenn eine Vase zu Bruch geht oder ein Boden Schaden nimmt, wollen Sie wissen, wie das geregelt ist.
9. Bewertungen richtig lesen
Nicht die Sternzahl allein zählt. Achten Sie auf:
- Sind die Texte konkret? «Sehr gut, empfehlenswert» sagt wenig. «Endreinigung 3,5-Zimmer in Kreuzlingen, Abnahme problemlos» sagt viel.
- Antwortet die Firma? Besonders auf Kritik.
- Wie geht sie mit Kritik um? Sachlich oder rechthaberisch?
- Sind die Bewertungen über die Zeit verteilt? Zwanzig Fünf-Sterne-Bewertungen innerhalb einer Woche sind ein Warnzeichen.
- Eine perfekte Bilanz ist verdächtig. Jeder Betrieb hat mal einen schlechten Tag.

