Was bei der Reinigung einer Arztpraxis zu beachten ist

Kurz gesagt: Eine Praxis unterscheidet sich in drei Punkten von einem Büro: Es kommen viele fremde Menschen in dieselben Räume, weshalb Flächen mit häufigem Handkontakt mehr Aufmerksamkeit brauchen. Die Reinigung muss ausserhalb der Sprechzeiten stattfinden. Und es braucht ein festes, eingearbeitetes Team, weil Diskretion und klare Absprachen über ausgenommene Bereiche unerlässlich sind.

Handkontaktflächen – der wichtigste Unterschied

In einem Büro berühren zehn Personen täglich dieselben Türgriffe. In einer Praxis sind es über den Tag verteilt oft ein Vielfaches, und viele davon sind erkrankt.

Diese Flächen brauchen deshalb besondere Aufmerksamkeit:

  • Türgriffe und Türblätter im Griffbereich
  • Handläufe und Treppengeländer
  • Armlehnen der Wartezimmerstühle
  • Empfangstresen und Anmeldebereich
  • Lichtschalter und Klingelknöpfe
  • Behandlungsliegen und Untersuchungsstühle
  • Wasserhähne und Seifenspender
  • Spielsachen und Zeitschriften im Wartebereich

Wer eine Praxis wie ein Büro reinigt – Boden, Abfall, Oberflächen – hat genau die Flächen ausgelassen, auf die es ankommt.

Das Zeitfenster

Sprechstunden lassen sich nicht unterbrechen. Praxen werden deshalb fast immer vor der ersten Sprechstunde oder nach Praxisschluss gereinigt.

Das bedeutet organisatorischen Aufwand, der vorher geklärt sein muss:

  • Wer schliesst auf und zu
  • Wie ist die Schlüsselübergabe geregelt und dokumentiert
  • Gibt es eine Alarmanlage, wer bedient sie
  • Wie wird Abfall getrennt und wo bereitgestellt
  • Wer ist Ansprechperson bei Rückfragen

Das sollte schriftlich festgehalten werden – nicht mündlich beim ersten Termin.

Diskretion und klare Grenzen

  • In einer Praxis liegen Unterlagen, stehen Geräte und gibt es Bereiche, die nicht jeder betreten soll.Was eine gute Reinigungsfirma deshalb nicht tut:
    • Unterlagen bewegen, sortieren oder wegräumen
    • Bildschirme oder Tastaturen anfassen, ausser ausdrücklich vereinbart
    • Medizinische Geräte reinigen, ausser Sie weisen ausdrücklich und schriftlich an
    • Schubladen oder Schränke öffnen
    • Als ausgenommen bezeichnete Räume betreten

    Diese Punkte gehören in den Reinigungsplan, nicht in eine mündliche Absprache.

Warum ein festes Team hier besonders zählt

In einem Büro fällt wechselndes Reinigungspersonal kaum auf. In einer Praxis schon:

  • Jede neue Person muss über ausgenommene Bereiche und Besonderheiten informiert werden
  • Jede neue Person ist eine weitere Person, die Zugang zu Ihren Räumen hat
  • Eingearbeitete Personen arbeiten schneller und übersehen weniger

Fragen Sie deshalb ausdrücklich nach: Kommen immer dieselben Personen? Werden die Unterlagen der Mitarbeitenden vor der Einstellung geprüft? Wie läuft die Einarbeitung?

Was in einem Reinigungsplan für eine Praxis stehen sollte

  • Welcher Bereich wird wie oft gereinigt – nach Raumtyp getrennt
  • Welche Handkontaktflächen bei jedem Termin behandelt werden
  • Welche Räume ausgenommen sind
  • Wie Abfall getrennt und wo er bereitgestellt wird
  • Welche Mittel verwendet werden und welche ausgeschlossen sind
  • Wer die Ansprechperson ist
  • Wie oft kontrolliert wird und durch wen
  • Was bei Beanstandungen geschieht

Häufige Fragen

  • Wie oft sollte eine Praxis gereinigt werden?

    Behandlungsräume, Wartezimmer und Sanitäranlagen üblicherweise an jedem Betriebstag, Nebenräume und Gänge seltener. Massgebend ist Ihr eigenes Hygienekonzept.

  • Dürfen Reinigungskräfte medizinische Geräte reinigen?

    Das legen Sie fest. Wir fassen medizinische Geräte grundsätzlich nicht an, ausser bei ausdrücklicher schriftlicher Anweisung.

  • Wie wird der Abfall gehandhabt?

    Nach Ihren Vorgaben. Wir trennen und stellen bereit, wo Sie es festlegen. Die Vorgaben kommen von Ihnen.

  • Können einzelne Räume ausgenommen werden?

    Ja. Das gehört ausdrücklich in den Reinigungsplan.

  • Wie wird kontrolliert, dass alles erledigt wurde?

    Bei uns kontrollieren Teamleiter in festen Abständen entlang des vereinbarten Plans.

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